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Quoten

Quoten - wie Sie entstehen 
Eine Quote ist ein Anteil an einer Gesamtsumme. In den meisten Lebesbereichen wird eine Quote als Prozent oder Verhältniszahl (ein Viertel einer Menge ist in Prozent 25%, im Verhältnis 3:1) dargestellt. Bei einer Quote einer Wette (Lotto, Wette zu einer Sportart [was mit Toto bezeichnet wird]) wird in aller Regel nicht der gesamte Einsatz ausgezahlt, sondern ein staatlich genehmigter Abzug vorgenommen. 


Abzüge - Quotenberechnung
1. Die Ermittlung der Quoten aus den Umsätzen des Wettveranstalters
2. Quoten nach Gefühl
3. Quoten nach Faustformel (á la Mußwitz)
4. Quoten mittels des Quotenrechners 2014 (Copyright Holger Mußwitz)
5. Die Ermittlung der Quoten aus offiziellen Quoten für "künstliche" (Buchmacher-) Wettarten

Besprechung:
1. Ermittlung der Quoten aus den Umsätzen des Rennvereins.
Hier habe ich den "Wettveranstalter" umdefiniert, in "Rennverein", weil wir ja nicht über Lotto* o.ä. reden, sondern von der Pferdewette - und hier ganz speziell für Deutschland - und ganz speziell ist auch so gemeint - mit zynischem Unterton. Denn gerade in unserem total überreglementierten Land gibt es in jedem Bundesland total unterschiedliche Abzüge. Die Abzüge werden vom "Direktorium" - das sind die mit dem "staatlichen Auftrag Pferderennen zu veranstalten" - vertreten von German-Racing (.com, weil .de lange weg) verschwiegen. Der Abzug wird von German-Racing - wider besseren Wissens - mit 25% angegeben. Diese Lüge hat aber schon vor den Zeiten vor German-Racing das Direktorium verbreitet. Auch die Rennvereine halten sich bedeckt - einzig der Münchener Rennverein hat sich in 2012 einmal geäußert. Damals hatte man die Abzüge reduziert (Prozent-Angaben):
Sieg  Abzug 19,4 bleibt
Platz neu      23,1   (alt  25,4)
Platzzwilling  29,1  (31,1)
Zweierwette 32,1  (39,1)
Dreierwette  32,1  (39,1)
Viererwette  34,1  (39,1)
Man darf davon ausgehen, dass die anderen Rennvereine immer noch die in Klammern stehenden Abzüge vornehmen. Der Münchener RV hatte noch 2017 die Gültigkeit der neuen Abzüge bestätigt.

Ich habe zu dem Thema Abzüge ein Excel-Programm entwickelt, mit dem man den Abzug des Rennvereines ziemlich genau bestimmen kann. Ich werde das Programm mal etwas aufhübschen, an einem Punkt noch automatisieren und dann hier veröffentlichen. 

2. Quoten nach Gefühl
Ob das jeder kann? ich weiß es nicht. Meine Erfahrung zeigt eher wie gefühllos manche sind. Ich denke immer an ein Beispiel einer meiner höchsten Dreierwette die ich traf. Ich jubelte auf dem Horner Balkon nach dem Zielfoto. Hinter mir fragte Einer "Haben Sie die Dreierwette?" (Anm.: jeder im Umfeld wußte, dass ich nur 3er spiele). Dialog: Ja / der zahlt ja 30.000 / ich will mindestens 60.000 haben. Ende Dialog. Der Mann hatte also 30.000 im Gefühl. Ich war vom Ergebnis überrascht - hatte nach Lautsprecheransage und eigener Beurteilung die Pferde im Einlauf nur auf Platz 1-2-4... und habe so auch ohne Faustformel 60.000 gesagt. Ich lag zwar näher an der Realität, aber dennoch weiter weg. Wo und wie ist das Gefühl? Letztendlich braucht man auch da ein Muster, um wenigstens in die Nähe der Realität zu kommen. 

3. Formel nach Faustformel
Faustformeln haben immer ein Berechtigung, wenn man nicht vollkommen falsch liegen will. Ich denke an Bekleidung - Kinder 3 Jahre werden mit Große 110-116 (hatte ich erst gestern - bei Jacardi - gesehen) nach Faustformel bezeichnet; die Schuhgröße ermittelte meine Mutter immer mittels einem Schneidermeßband um die kaum angespannte Faust - über die Knöchel - gemessen und das Ergebnis mit 1,5 als Schuhgröße angenommen. Ich habe gerade den Test gemacht: ich habe danach e Größe mehr (aber es war exakt die Größe von 10-15 Jahren, bei meiner Frau war es ebenfalls eine Nummer kleiner als real. Und so ist es auch bei der Pferdewette. Ich nehme immer gerne die Quoten im Mittelbereich, denn fallen die beiden Extremen nicht so ins Gewicht: Hier als ersten Test das Rennen vom 02.06.2018, Neuss 5. Rennen die Siegquote mit den EventualQuote (EvQ) der beiden nächsten: 6,4 * 2,8 * 4,8 = 80,6 (:1) - real gab es 74,2. Extrem - falsch - falsch wird dies allerdings, wenn ein Pferd um 2:1 oder gar noch geringer. Denn man müßte z.B. bei einer 1,6:1 Siegquote die nächste Quote halbieren, denn 1,6 bedeutet, dass die Hälfte der Bahnwetten gewonnen haben. Damit reduzieren sich die Folgequoten... 
Wer also die Quoten 1,6-40-40 multipliziert bekommt eine Quote von 2.560:1 heraus. Sie würden vermutlich aber nur 40:1 bekommen, wenn überhaupt.Machen Sie einfach den Test mit den kommenden (deutschen) Rennen: 1. (Dreier-) Quote nach Gefühl schätzen, 2. rechnen Sie nach Faustformel (achten Sie auf Abweichungen zur ...) 3. Original-Quote auf die sie warten. Wetten? Sie werden sagen: "man lernt nicht aus".

4. Quoten mittels Quotenrechner 
Sie können den Quotenrechner mittels Klick herunterladen und nutzen, wenn Sie MS Excel auf dem Rechner haben. Sie müssen die Anzahl der Starter eingeben und kommen dann auf die Felder der EVQ des Siegers und der 2. bis 4. und erhalten dann alle (deutschen) Quoten. Das sind natürlich nicht die Original-Bahn-Quoten, aber Sie werden sich wundern, wie genau das meistens funktioniert. Mittels der angenommenen Abzüge aus den Einsätzen kann man ja Rückschlüsse darauf ziehen, wie häufig einzelne Pferde gewettet wurden und unter einer gradlinigen Annahme kommen wir so auf die vermutlichen Quoten in allen Wettarten: Sieg, Platz, Platzzwilling, Zweier und Dreier. Die Zwilling- und Drillingquoten orientieren sich an der Berechnung eines deutschen Buchmachers, der aber diese Wetten für deutsche Rennen nicht mehr anbietet - für Frankreich gelten diese Quoten nur sehr bedingt (meist sind die in Frankreich sogar nur halb so hoch.

5. Die Ermittlung der Quoten aus offiziellen Quoten für "künstliche" (Buchmacher-) Wettarten
Der Höhepunkt des Quotenrechnet ist die Möglichkeit, die künstlichen Quoten der Buchmacher (BM) für die Dreierwetten in Frankreich und in England zu ermitteln - und zwar exakt mit allen Regeln, welche die Buchmacher in ihre AGB gut versteckt haben. 

Damit kommen wir zu den ganz dicken Besonderheiten, die Sie zur Quotenberechung der französichen Dreierwette benötigen. Die englische DW-Quote fußt auf den Ev-Sieg-Q und ist nach der Eingabe dieser Qouten korrekt (falls Sie ein anderes Ergebnis haben, muss der BM eine andere Formel haben - bitte eMail welcher BM und Rennen, damit ich das einpflegen kann). 

Die F-Dreierquote berechnet der BM aus der Original-Siegquoten und den beiden Platzquoten. Die Platzquoten in der Liste "Quoten" in grün werden verdammt genau ermittelt, aber es gibt auch Abweichungen. Da Sie vermutlich den Quotenrechner nutzen bevor die Endquoten bekannt sind, müssen Sie die beiden Platzquoten der Plätze 2 und 3 links unter Platz II und Platz III manuell eintragen. So, nun wissen Sie ziemlich genau wie das Rennen quotenmäßg ausgeht. In dem Beispiel des 2. Rennens vom 11.02.2018 in Cagnes-sur-Mer zahlen die ersten Drei 220 - 110 und 76. Geben Sie das ein und Sie sehen die Zweierquote (nach D-Formel) berechnet, die für Frankreich nicht hinkommt (dazu fertige ich demnächst noch einen Artikel, der mit dem Gerücht aufräumt, dass die PMU mehr als die D-Rennbahnen auszahlen). Hier ist diee 2er Quote um rund 30% zu hoch oder genauer bezeichnet: die PMU zahlt nur 75%. Die Platzquoten des 2. und 3. hingegen, sehen schon sehr gut aus: 36 und 28, diese werden von der PMU später mit 39 und 27 bekannt gegeben. Wenn Sie nun diese beiden (errechneten) Platzquoten nach links manuell übertragen, kommen wir schon mal auf die 2er-Quote von 15.444:10; später wird die Siegquote auf 222 korrigiert, nach Änderung der Eingabe Sieg 222 und Platz 39 / 27 kommen Sie nun exakt auf jene 15.584:10 die auch Racebets auf seiner Seite anbietet (1.558,4:1). Ist das nicht sensationell? Echt, mir bringt es spätestens an einem trüben Renntag Spaß die Echtheit zu sehen.

Eine Ungerechtigkeit wird Ihnen auffallen, wenn Sie die beiden Platzquoten tauschen ... komisch nicht wahr, die 3er Quote ändert sich nicht. Auch auffällig, die typische deutsche 3er-Quote wäre 20.821:10 !!!! Selbst die GB-Quote wäre mit 17.000 um 10 % höher als die F-Quote. 

Das ist das Thema, welches ich demnächst also aufmache: Ich habe 2016 zur Derbywoche eine Studie dazu gemacht und in 2017 eine Bestätigung mit der nächsten Studie gefunden: die PMU muss höhere Abzüge haben oder aber mit Trick* wie im deutschen Lottoblock vorher Abzüge macht, bevor man die Einzahlungen feststellt. 

Seit Jahren liege ich Klintsch mit ganz "schlauen" Leuten, die behaupten man kann keine Quoten berechnen. Das ist natürlich totaler Quatsch. Es gibt sogar - mindestens - fünf  Arten wie oben beschrieben. Nun wenden sich die Kritiker sicherlich nicht gegen die Quoten des Punktes 1., aber gegen den Punkt 4. Eine Argumentation ist meist "das hat an doch im Gefühl". Den Unterschied zwischen Gefühl und "Faustformel" werden Sie vermutlich auch bald als nicht relevant erkennen. Auch die Gefühl-Quote ist nur dadurch zu ermitteln, wenn man abwägt. Witzig fand ich am Ende aber, dass die Kritik der Leute teilweise sich gegen eine einzelne Quote des Tages orientierten und jede Quote dann immer jene war, die am stärksten abwich.  

Ich denke, Sie werden viel Freude mit dem Quotenrechner haben - beachten Sie bitte die Anmerkungen in kleiner Schift am Ende der Tabelle...

PMU Quoten wie Lotto? 
*Lotto 50% Auszahlung? Und was ist mit der Spielscheingebühr? Nein, die gilt nicht als Einzahlung....




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