Folgen Sie uns

German- Tote wirbt für Abschaffung des deutschen Totos - PMU soll übernehmen
Fadenscheiniges Argument - Gegenteilige Beweise - Die Wahrheit kam 3 Tage später (09.03.2018)
Verfasser Holger Mußwitz - Veröffentlichung am 09. März 2018 - Ergänzungen werden mit Sicherheit folgen.

Vielleicht habe Sie es ja mitbekommen. In den letzten Wochen gab es merkwürdige Meldungen von der PMU. Zuerst gab es die Meldung (unter anderem in der Sportwelt), dass der Verdacht aufkam, dass man bei PMU nach dem Start noch Wetten tätigen konnte … Da hat man uns erklärt, dass dieses daran läge, dass manche Annahmestellen so langsame Leitungen haben, dass die Umsätze nicht in die aktuellen Quoten eingepflegt werden konnte. Betroffen seien nur einige Annahmestellen. Aha, da hat man bei PMU auch in den Wintermonaten über 100.000 € Umsatz in einem einzigen Rennen und wenn dann „vereinzelte“ Annahmestellen ihre Umsätze vor dem Start (wie kann man das kontrollieren?) an PMU melden, welche erst nach dem Start dort ankommen, knallen dann schon mal Siegquoten von 80 auf unter 50 runter…. Habe ich vor 2-3 Wochen selbst erlebt…. 

Dann folgte die Nachricht, dass am 27.02.2018 im Neusser 7. Rennen die Platzquoten in Neuss (bei 5 Startern) mit 13 und 15:10  errechnet wurden.  In Frankreich aber 45 und 55. Hier spielt mit Sicherheit nicht nur die Vermutung (nichts genaues weiß man nicht) eine Rolle, dass da mancher Wetter mit sehr hohem Einsatz bei PMU * (siehe Fußnote) auf den unplatzierten Favoriten Platzwetten ablegte, die die Toto Quoten in Frankreich erhöhten. Nein es ist unverkennbat,  das der außergewöhnlich geringe Umsatz der Platzwette in Deutschland von nur 170,50 € eine Rolle spielt. 170,50 Umsatz bedeutet einen Auszahlungstopf von 127,70. Rechnerisch hätte man mit Platzquoten von 17 und 25 rechnen müssen. Wenn es da dann doch weniger als erwartet gab, dann muss der Grund jener gewesen sein, das mehr Wetter in Deutschland getroffen haben, als die Siegquoten (31/ 60) vermuten lassen. In Deutschland ist es so, dass eine Wettequote mindestens 10:10 sein muss - deshalb vermeiden clevere Wetter in  Deutschland solche Platzwetten, die die Mindestquote bringen würden - während der Franzose auf die Mindestquote hofft -
1:1 hier 1:1,1 dort. Umgekehrte Interessenlagen fürdern konträre Ergebnisse. Am 13.03.2018 zeigt sich dann, dass die Eintagsfliege zweier PMU-Platzquoten als Argument für einen gemeinsamen Toto zu werben, ungeeignet ist und zeigt die Inkompetenz des Vorschlägers: am 13.03.2018 zahlte der deutsche Toto im 5. Rennen Plaztz 24 und 62, PMU nur 14 (!!!!) und 41. Also nur 58 bzw. 66% der deutsche Quoten. Da scheint eher die ganz unten beschriebene Tendenz des PMU Totos (60% der deutschen Dreierwette) sich zu behaupten.

Und diese Geschichte wird nun zum Anlass genommen, uns- naja, mir nicht, aber Ihnen - zu verkaufen, dass PMU besser ist als der deutsche Toto. Man stelle sich vor, ein Kleinauto fällt aus dem Flugzeug in 10.000 Meter Höhe und der Hersteller des Autos wirbt mit dem neuen Geschwindigkeitsrekord von 360 Std/KM… für sein Auto.

Das PMU gerne den Toto für die deutschen Rennbahnen spielen würde, ist seit 2016 beim HH Derby-Meeting bekannt. Doch beißt sich das mit der Rückerstattung der Rennwettsteuer. So bekam also – außer beim „Feldversuch“ in HH 2016 – niemand die Erlaubnis, das PMU dem Toto für den Rennverein macht. Es klingt ein wenig Leichtigkeit des Erwerbs einer Buchmacherlizenzen in der Zeit der Wiedervereinigung (in Mitteldeutschland) oder in einer Saarbrückener Amtsstube, als man las, dass dem Straubinger Trabrennverein nun die Totoerlaubnis für PMU-Rennen für Rennen erteilt wurde, welche nicht in Straubing stattfinden. Königlich bayerisches Amtsgericht, oder wer? 

Sie werden morgen in der Sportwelt lesen, dass Riko Luiking (German Tote), für den „gemeinsamen Toto“ wirbt. Das sagt gerade jener Herr, der nicht mal eine Lösung für das Problem des „Quick-Picks“ hat (man wählt 3 € Einsatz und bekommt zeitweise nur Wetten für 2,50€ oder gar 2 €) oder in der Lage wäre, dafür zu sorgen, dass man in der Viererwette – wie in der Dreierwette [ein Bank, z.b. als Sieger und ] – ein Pferd auf zwei Plätzen schreibt [bei der Vierer dann z.B. je 1 Pferd auf Platz „1“ und ein anders auf Platz „2“ und dann zwei Pferde auf 3-4] und so im Austausch mit den Kombipferden steht. Sondermeldung vom 13.03.2018: was am 09.03. nocht nicht ging (siehe Text zuvor) geht! #1 auf Platz 1- #2 auf Platz 2, #3 auf Platz 3 /4 und alle auf Kombi (oder auch nur ein paar. Wer hat ihm das erklärt? Wettstar kann lesen.... Oder auch nur auf meine – und andere diesbezüglichen Fragen – zu antworten. Feiner Herr, aber Ahnungslos. Eine Viererwette mit 1. Sieger, 1. Zweiten und einem Pferd auf 3-4 mit folgenden Kombipferden ist in der Viererwette "keine sinnvolle Wette" - in der Dreierwette ist es sinnvoll auf die letzten beiden Plätze zu "schieben". Herr Luiking, Sie sind total AHNUNGSLOS.  Denn was nun folgt zeigt, dass Sie mit einem 
fadenscheinigen Argument für etwas werben was Sie ebenfalls nicht kennen. 

Heute hatten wir in Dortmund ein fast identisches Rennen. Ach sieh mal einer guck. Der Favorit war "weg". Bei PMU zahlte der Platz 49 und 59 auf die beiden Ersten. Auf der Dortmunder Rennbahn 61 und 53. Upps, da bleibt einem ja das Argument des Herrn Luiking im Halse stecken... 

Damit ist das einzige Argument aus den Angeln gehoben. Und überhaupt: was spricht gegen zwei verschiedene Toto-Quoten? Es ist doch sehr simpel, sich die bessere Quote selbst herauszusuchen. Wenn Soumillon außerhalb Frankreichs reitet, werden die Wetten in Frankreich so gut wie immer sehr viel weniger zahlen, als der "Nicht-PMU-Toto"  (Buchmacher) wenn er in die Wette läuft, Frankreich zahlt mehr wenn er in der Wette fehlt. Also ist die Wahlmüglichkeit doch ein Vorteil für den Wetter!  


Was ist dran an der - nicht bewiesenen - These, dass PMU weniger Abzüge hat? Nichts. Ich hatte mehrfach bei Luiking und seinen Leuten angefragt - und natürlich keine Antwort erhalten. So bekam ich vor rund einer Woche eine Auszahlung eine Quinte Wette, die ich nicht nachvollziehen kann. Ich erbat eine Aufstellung. Vergessen Sie es. Bei Wettstar bekommt man nicht nur keine Antwort, sondern auch zuwenig Geld. Wenn auch die Abweichung nur 2 Stellen hat - Trinkgeld-Höhe bestimme ich immer noch alleine. Die Ungereimheiten hatten mich schon 2016 veranlasst einfach mal zu ermitteln, ob PMU weniger abzieht. Hamburg hat bei der Dreierwette 42% Abzug - na dann muss doch PMU eine sehr viel bessere Quote zahlen als der deutsche Toto...

Der Beweis, dass PMU keine geringeren Abzüge hat
Ich hatte schon 2016 und nun auch noch einmal 2017 eine Dokumentation der besagten Derby-Woche in Hamburg angelegt und die Quoten der Zweier- und Dreierwette der PMU Rennen in ein logisches Gefüge zu den vom Hamburger Rennclub errechneten Quoten der anderen Renntage erstellt. Ergebnis: Die Zweierwetten hatten keine signifikanten Abweichungen – die der Dreierwetten lagen im Schnitt bei 40% weniger… 


Was will ich damit sagen? Mangels der Fähigkeit des Direktoriums macht man PMU zu dem Rettungsring – nur wie die Doku zeigt, fehlt Luft! Dem Direktorium wird es allerdings mit einer solchen Maßnahme gelingen, dass Ende der Rennvereine noch schneller herbeizuführen. Zwar zahlt PMU den Rennvereinen mehr an Provision aus, als diese angesichts des Abflusses von rund 80% der Umsätze in Richtung Buchmacher mit ihren eigenen Umsätzen erwirtschaften, doch der Wetter wird – zumindest bei manchen Wettarten – nicht mehr den gewohnten Gewinn erwirtschaften bzw. muss noch höhere Verlust resümieren. Die Buchmacher könnten ein Lied davon singen, dass und wie hoch der Abgang an Wettern aus Deutschland selbst bei ihnen zu beklagen sind. 

Ich bin mir auch nicht sicher, ob der Staat den angeblichen „Auftrag zum Rennbetrieb“ überhaupt noch aufrechterhalten würde, wenn das Geld nach Frankreich fließt. Machen die dann einen Handelskrieg mit France? Sondersteuer auf Trag- und Galopp. 

Also genießen wir den Rennsport unter den RV-Quoten der deutschen Rennbahnen … die Tage werden länger, die Abstände zwischen zwei Renntage auch…. Und jeder, der gefordert ist, mit ja und nein zu stimmen, sollte erst einmal seine Stimme erheben!
Ihr Holger Mußwitz

PS.: dieses Schreiben geht an alle Menschen, die mir jemals Ihre eMail im Zusammenhang mit Galopprennen gaben. Also nicht wundern, auch nicht wenn wir in den letzten Tagen schon mal über das Thema sprachen… Nachlesen ist besser als vergessen.

• Fußnote
In Frankreich ist gesetzlich geregelt, dass eine Wettquoten niemals 10:10 sein darf, sondern mindestens 11:10. Wer also glaubt, ganz sicher zu wissen, dass ein Pferd unter 1-2 ist, kann locker mal 10.000 € auf den Tisch legen, weil er ja 11.000 € zurückbekommt. Doch Achtung: GLAUBEN heißt nicht WISSEN. Das zum Thema Vatikan und zur Wette.

Share by: