Ich finde es ist an der Zeit, mal wieder etwas über diese Spezi von Menschen zu schreiben. Die heimliche Überschrift wäre wohl eher Experten und Scharlatane. Wen SIe zu welchen zuordnen, überlasse ich Ihnen. Ich tue es nicht. Ich berichte nur über Fakten und teils auch spiecke ich dies mit meiner Meinung, teils... Vorweg eines: mittlerweile gibt es in der Tat schon einige Moderatoren, denen ich den Experten bescheinigen kann, allen voran Daniel Delius. Von nun an berichte ich peu-a-peu über jene, die mir aufffallen...
Kappes, Helmut Kappes Jeder Moderator fängt mal klein an. An der Tastatur sitzen ist anders als ins Mikrofon zu sprechen und dabei die Blicke von zig Menschen auf sich zu ziehen. Und so hat man fast alle einmal bescheiden auftretend gesehen, bevor sie sich an ihre Rolle gewöhnt haben und heute Selbstvertrauen ausstrahlen. Ich denke da an den "Wuppertaler" der in der Telewette rumstotterte und heute zumindest Ausstrahlung hat. Das hat schon etwas mit Demut und Verstand zu tun.
Helmut Kappes jedoch, der Mann der sich selbst so beschreibt (Kopie aus seiner Seite Pferde-GTM.de: "...Er ist der Pionier der Führringmoderation und mit seinem Fachwissen und seinen Tipps fast unschlagbar. ...". Er ist 2003 erstmal - sagt er - als Moderator in Bremen aufgetreten. Ein Mann der mit fester Stimme in der Lage ist, jeden Blödsinn als die einzig wahre Wahrheit zu verkaufen. Wie man in Bremen am 30.03.2018 - dem voraussichtlich letzten Renntag in Bremen überhaupt sich den Abschied so versauen kann, bleibt mir ein Rätsel. Offen gesagt, ich höre kaum noch einem Moderator zu - zum einem bin ich kurz vor de Rennen viel zu beschäftigt, zum anderen brauche ich keine fremden Tipps - diese irritieren mich eher und verleiten dazu seinen eigenen Weg zu verlassen.
Verlasse ist das Stichwort, was ich brauche um meinen Faden zum Thema Helmut Kappes wiederzu finden. Im 5. Rennen war ich fertig mit all meinen Tipps - alles Geld im Toto gut investiert - als ich über eine Bemerkung von Kappes im Führring stolpere. Er bewertet das Aussehen - besser gesagt, er maßt sich an, die Pferde nach Aussehen zu beurteilen. "die Nummer 12, Index Waiter, die sieht blendend aus. Die dürfen Sie auf keinen Fall aus Ihrer Wette lassen". So der Tenor und klare Ansage. Ich schüttele den Kopf. Index Waiter habe ich unzählige Male im Führring gesehen. Ich kann mich nicht erinnern jemals das Pferd als "gut" oder ähnlich im Führring bezeichnet habe. Ich habe in der Tat schon manche Pferde aus dem Führring heraus auf meinen Wettschein (mit Erfolg) geschrieben. Am Bildschirm kann man eine Beurteilung nicht abgeben - insofern kann ich nicht sagen, dass ich etwas anderes sah - aber die wenigsten Moderatoren sind in der Lage aus dem Aussehen etwas über die Chance zu sagen. Nun war ich gespannt, was er zu den anderen Pferden, insbesondere "meinen" sagt. In aller Regel sagen schauen die Moderatoren auf die Quoten und ordnen den Pferden mit niedriger Quote "gutes Aussehen" zu. IM Fall von Index Waiter war die Quote aktuell bei rund 300 ... Eine Sensation? Ich hatte das Pferd nicht in der Wette - und blieb ruhig, ja in Sachen Index Waiter nun erst recht nicht. Die Favoriten sahen gut aus ... und dann machte er ein Pferd völlig runter: " Aldoha Primavera können Sie total vergessen. Die hat überhaupt keine Chance. Sie hat noch das Winterfell drauf und steht voll im Haarwechsel". Aha. Nun hat man schon einige Pferde gesehen, die im Haarwechsel im Führring umherlaufen - niemand wird behaupten, dass ein solches Pferd noch nie in die Platzierung gelaufen ist. Es ist völlig unfachmännisch, irgendein Pferd als "total zu vergessen" zu bezeichnen. Und dazu noch dieses: wenn dem so wäre, dann hätte ja der Trainer keine Ahnung - ja, man müßte von der Rennleitung erwarten, dass sie solche Pferde vom Toto ausschließen müssten. Auch ist es ein gewaltiger Unterschied ob ein Pferd vom Sommer auf Winterfell umstellt oder vom Winter- auf Sommerfell. Die hormonelle Situation von Winter aus Sommer ist vergleichbar geringer als umgekehrt.
Und nun kommen wir zur Auflösung des Rennens: Aloha Primavera hatte in 5 Rennen vorher einmal das Mittelfeld erreicht und danach viermal nur das letzte Drittel. Daher "wehte der Wind" bei Kappes Ansage - und das Pferd lief nach 7 Monaten das erste Mal. Am Ende kam es sogar noch einigermaßen ins Rennen. Anfang der Zielgeraden hatte es zwei Gegner hinter sich und überholte noch 4 Gegner bis zum Ziel - keine Spur von "überhaupt keine Chance" - als Siebter. Das Pferd stand mit 46 Kilo allerdings noch 2 Kilo zu hoch im GAG. Insofern war die Leistung an den Vorstarts gemessen noch relativ gut.
Und was war mit iNDEX WAITER? Tatsächlich hatte er Ende der ersten Kufve einen "Moment" als er sich auf den fünften Platz vorarbeitete, um sich haber 20 Meter weiter wieder nachließ. In der Gegengeraden ging man auf bessere Bahn nach außen und verlor Platz nach Platz bis man vorletzter vor dem weit hinterherlaufenden Koonarei war; der jedoch nach der letzten Kurve vorbeirauschte, als wenn dort ein Pfosten auf der Bahn stand. Als die Ersten im Ziel waren, war dieses Pferd 150 Meter vor dem Ziel und LETZTER - weit hinter dem Feld. Da hat Kappes seinem Namen wieder mal alle Ehre gemacht.
Auch im weiteren Verlauf kam nur "kappes" (ein kölscher Ausdruck für Unsinn) aus seinem Mund. Einen habe ich noch: wir waren ja beim 2. Grastermin in Deutschland und alle Pferde, die nicht auf Sand gelaufen sind, haben zwangsläufig eine Psuse seit mindestens November, meist seit Oktober. Und genau so ein Pferd verwarf er als nicht möglich, da das Pferd "seit 9 Monaten nicht gelaufen ist". Ja Herr Kappes? Noch nie ein Pferd gesehen, welches nach 9 - oder auch mehr Monaten wieder auf die Bahn kommt und sich platziert - oder gar gewinnt. Die "Regel" langer Pausen, gilt nur nach Verletzungen ....
Fazit: Wenn Kappes was sagt, hören Sie besser nicht hin. Kappes regt nicht an (zur besseren Wette), sondern auf! Aus dem Internet habe ich dies noch herausgefischt:
Kleiner Nachtrag zum Thema Winterfell. Klar, da werden einige sagen "da hat der Kappes doch recht". Hat er? Oder nicht? Wir haben den 8. April, also 8 Tage später. Im Grupperennen steigt Andrasch Starke auf "Wonnemond" und bemerkt: "der sieht ja aus wie ein Pudel". Ja, das Pferd hat noch fast komplettes Winterfell, ist aber im Haarwechsel. Und was soll ich sagen? Wonnemond, der Pudel, gewinnt überzeugend im Speed mit 3/4 Länge das Gruppe III Rennen. Also Leute, einfach mir glauben und gut ist.
Andreas Neugeboren Meist sehr präzise Beschreibung der Formen und Einordnung derselben. Vielleicht manchmal etwas zu euphorisch, was aber auch taktische Finesse sein kann, wenn man in dem Zusammenhang vom Trainer/ Besitzer etwas entlocken will. Bespricht viele Pferde des Rennens - gute Vorbereitung auf die Pferde - hat immer mal wieder Hinweise auf alte Formen z.B. Rennbahnspezifisch ("hat im letzten jahr auf dieser Bahn gewonnen" - als Kommentar zu einem Pferd, dessen Form nicht herausragend ist, aber untermalt seine Ansicht, dass das heute anders sein kann). Nicht so theatralisch wie Kappes, aber ab und zu würde ich mir wünschen das er die Menschen etwas mehr mitreißt. Aber seriös, sympathisch und glaubwürig. Spitzenklasse. Ist der erste Kommentator, der etwas darüber gesagt hat, was man im Führring bei den Pferde als positiv notieren kann - das war noch die beste, wenn auch nicht ganz korrekte, Beschreibung von "sieht gut aus".
Aber erwarten Sie jetzt nicht, dass ich verrate was er sagt oder wie es konkreter wäre.
DD - Daniel Delius Der beste aller Führring-Kommentatoren (Tippgeber). Auch wenn es mich manchmal ärgert, dass er genau "meinen" (geheimen) Tipp auf der Zunge hat. Ist mir aber lieber als viele andere, die zu dick auftragen. Nicht ohne Grund der meistbeschäftigte Kommentator (Baden-Baden, Hamburg, Bad Harzburg usw). Gibt exakte Einordnung der Formen. Manchmal "geht er duchs Feld" - ein anderes Mal geht er nur auf "seine Pferde" ein. Für Newbies ist die Kurzform die beste, weil man da manchen Kommentar nicht einordnen kann - für Kenner ist die "Feld-Sicht" gut, vor allem wenn man etwas übersehen hat. Macht grandiose Interviews. Hat mittlerweile auch die Bedeutung des halbstarken Pferdes (Dreijähirge) erkannt und mißt den Gruppe-LR in Italien nun den wahren Stellenwert zu. Ist auch im Internet unterwegs um sich Anregungen zu holen. Der eindeutig beste Fachmann den man unter der Garde aller Moderatoren treffen kann.
Rennkommentatoren Pan Krisbin Zu Pan heute nur kurz eine Situation. Zugegeben, wenn man in der Schnelligkeit eines Pferderennens die Situation erfassen und kommentieren muss, kann man schon mal Fehler machen. Meist haben die Moderatoren aus Standardsprüche drauf - ein bekannter anderer Sprechen "hat noch keinen Gegner gesehen" oder ähnlich. Pan Krisbin hat macht allerdings häufig Fehler die ärgern. Häufig nennt er ein Pferd, welche längst in die Spitzengruppe gerückt ist noch nicht um 100 Meter weiter zu bereichten, dass jenes Pferd nun auch kommt - oder ähnlich. Besonders blöd fand ich den Kommentar vom 3.04.2018 in Mülheims 6. Rennen - und jeder kann diese Beobachtung mittels Rennfilm nachprüfen (was bezüglich Führringsmoderation selten mögich ist). Es geht um 10 Pferd über 2.400 Meter, bei dem die #11 Reive - dunkelrose Bluse - nicht gut abkommt und anfangs 6-7 Längen hinter dem - weit auseinander gezogenen - Feld herlief. Anfangs der Gegengerade waren es nur noch 4 Länge. Ich dachte ich hätte einen Augenfehler oder es wären zwei Pferd emit dem dunkelrosa Trikot im Feld, als Krisbin Ende der Gegengeraden sagte, dass "weit hinter dem Feld" sich Revie befindet. Das Pferd welches ich im Blick hatte, war aber nur 1 1/2 Längen hinter dem Feld - also dran - und holte weiter auf. Ich zählte kurz durch ... nein es sind 10 Pferde mehr oder weniger eng zusammen und man sieht auch bald - kein Pferd folgt "weit hinter dem Feld". Um in seiner Sprache zu bleiben: es war "natürlich" ein Sehfehler des Moderators.
Sven Wissel "Die Stimme aus Hannover". Sehr ruhige Stimme, bleibt in allen Situationen Herr der Lage. Besonders souverän, wenn er einen Fehler bemerkt: nimmt sich die Zeit " .... hatte ich als Nolan angesehen..." und fährt ruhig fort, nicht ohne den Druck in der Stimme zu verstärken. Wird nicht überlaut und dennoch ist jeden Zuhörer gegenwärtig, dass sich dort etwas spannendes, dramatisches oder sensationelles tut. Kein Schreier wie man es aus München kannte, hat in jeder Situation das Rennen im Griff und erkennt so gut wie fehlerfrei, welches Pferd aufrückt oder "ausgespielt" hat. Was ihm fehlt ist die Leichtigkeit eines Manfred Chapmans ("da fällt ein Affe aus dem Nest"). Aber auch keine Füller wie Wiederholungen und Standardsprüche ("hat noch keinen Gegner gesehen"). Momentan DER Rennkommentator. Hat auch ausreichend Fachwissen in Bezug auf Pferdeformen und deren Einordnung - guter Kontakt zum Umfeld (Besitzer, Trainer...).
Günther Barth (Speaker DD, Rennkommentar Ho)
Rennkommentatore
Aktuell Ort Re
aufgeführte Quoten wurden mit TIpp getroffen
Tipp (Nichtstarter) Einlauf (Starter)
Sieg 2er Zwilling
* Hochrechnung
Legende: Zahl Treffer :10 - kein Gewinn x nicht wettbar