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10. Februar
Ich beginne heute die Seite mit einem Artikel - danach folgt Kommentar zu den Rennen CsM und Neuss am Sonntag. 

Alle Jahre wieder
Ab kommendem Wochenende, dem 10. Februar 2019, wird das GAG der Pferde, welche in GAG unter 75 Kilo aufweisen um bis zu 3 Kilo angehoben. 

Veränderung des GAG
Zeigen wir erst einmal wie das GAG angehoben wird: Altes GAG reduziert sich um je ½ Kilo bei …
< 75 Kilo =0,5
<70 Kilo = 1,0
<65 Kilo = 1,5
<60 Kilo = 2,0
<55 Kilo = 2,5
<50 Kilo = 3,0

Höhere GAG ab 75 sind ebenso wenig von der Anhebung betroffen, wie Pferde von 41 oder weniger, wobei man treffender formuliert hätte „Höhere … , wie Pferde von 44 GAG“. Denn ein Pferd mit 41 Kilo (intern) hat nun auch extern 44.

Vorgeschichte
Dies geschieht nicht zum ersten Mal. 2007 gab es eine solche „§Reform“ schon einmal – fast unbemerkt von Wettern und Sportwelt. Ich kann mich nicht erinnern, dazu jemals einen Kommentar gelesen zu haben. Eine weitere Änderung gab es um 2013 herum (genaues Jahr liefere ich nach). Dort hat man das GAG komplett angehoben. In meiner Erinnerung um eine halbe Klasse, dementsprechend um 6 Kilo waren es wohl . Es gab ene seichte Begründung mit internationaler Anpassung … wobei das absolut Blödsinnig war, als wenn unsere Pferde (international = Gruppeebene) besser als ihr Ruf waren. Tatsächlich dürfte der Hintergrund der gewesen sein, dass seit Jahren kein AGL I ausgeschrieben werden konnte, da nicht ausreichend Pferde in der Klasse um 80 Kilo vorhanden – typische Ausschreibung für einen AGL I = „GAG -26“, also um das Grundgewicht von 54 Kilo zu bringen, muss ein Pferd GAG 80 oder höher haben, um nicht „gegen sein Gewicht zu laufen“.
Sonderfall Dreijährige erstmals in ein Ausgleichrennen
Zu Ausgleichrennen in Deutschland werden nur Pferde zugelassen, die vom Ausgleicher ein „GAG“ (General-AusGleich) festgestellt wurde. Dies geschieht nach dem ersten Sieg in einem Altersgewichtrennen oder aber nach drei sieglosen Starts (Anmerkung: wieso dennoch mehr und mehr Pferde in einem deutschen Ausgleich zugelassen werden, die vorher nur sind die Dreijährigen die erstmals in den Ausgleich wollten. Die Anzahl dreijähriger Sieger ging mit dieser Reform gen Null, dort spielte auch die 2007er Reform hinein. Man suche bitte mal Sieger dieser Altersgruppe von 2007, ab 2007 und ab 2013. Da ging es runter wie beim Umsatz (20% der Zahlen von vor 20 Jahren).

Die Begründung des Verbandes
„Jedem Jahres-Generalausgleich haftet die Tendenz an, nach unten abzugleiten, da trotz aller Aufmerksamkeit der Ausgleicher mehr Nachlass als Aufgewicht vergeben wird“ , so begründet es der Verband. 

Das ist absoluter Blödsinn. Ich empfehle jedem kritischen Leser dieses einmal an einem Ausgleich – möglichst IV der KAT F – zu überprüfen. Denn in den Ergebnislisten kann man anhand des Renngewichts (plus minus Erlaubnis bzw. Mehrgewicht) das GAG vor dem Rennen feststellen und durch Klick auf den Pferdenamen das dann aktuelle GAG ersehen. Ich habe dies einmal für mehrere Rennen der Sandbahn-Saison 2019 getan. Das Ergebnis beweist, das diese Behauptung falsch ist; z.B: Rennen 5 am 20.01.: Sieger Plus 6 Kilo, Zweiter 0, III +3 … fünf weitere mit 1 KG oder höher und insgesamt nur 3 Kilo Reduktionen.

Korrekt ist sicherlich, dass die Aufmerksamkeit der Ausgleicher fehlt. Normal ist es doch ganz simpel, sich anzuschauen, wer ein höheres GAG verdient hat und muss schauen, diesen Wert auf die anderen Pferde zu verteilen. 

Mathematische oder funktionelle Ursache?
(auf jeden Fall nicht menschliches Versagen)
Die Wahrheit zu ergründen ist relativ einfach. Meine Datenbank hat exakt diese Forderung (Anfangs GAG identisch mit Summe neues GAG) als Ziel, wobei ich – bewusst mehr ein Dutzend Fälle festgestellt haben, dass diese eben nicht zu dem Ergebnis führen dürfen, dass das GAG-neu mit dem GAG-alt identisch ist. Ich werde mich hüten, diese Fälle hier auszulisten – das dürfen sie (Sie und die Ausgleicher) sich selbst mal überlegen; nur den typischten Fall erläutere, damit jeder die Konsequenz versteht: Sie haben ein Feld nach dem Ziel zu bewerten, welches aus 7 Pferden bestand. 6 davon trafen sich schon mehrfach unter gleichen Fakten (wie auch immer die aussehen), das 7. lief zum ersten Mal im Ausgleich. Nun wird es ganz einfach: die Addition der neu-GAG der 6 „Bekannten“ muss mit dem Addition alt-GAG identisch sein. Der Siebte als Sieger, Platzierter oder Letzter wird „harmonisch“ eingepasst. [Die Empfänger meiner RAW (Rohdaten) erhalten eine ganz ähnliche, auf einen bestimmten Fakt hin optimierte Auflistung.].

Und dennoch stelle auch ich fest, dass ein AGL VI der KAT F im Jahresschnitt 2017 anders als 2018 ist. Dieses habe ich aber untersucht und weiß, woran es liegt. Die zwei wichtigsten Gründe sind sogar logisch und deshalb nachvollziehbar, aber nicht im Einklang mit der Verbandsbegründung.

Das GAG steigt von Jahr zu Jahr
Pferde im Rennbetrieb kosten Geld, Wenn man als Besitzertrainer (BT) fungiert ist der Unterhalt eines Pferdes geringer als der für Menschen. Insofern und deswegen findet man eine Menge nicht ganz so guter Pferde bei dieser Personengruppe. Auf Rennbahnen wie Mannheim, Saarbrücken usw finden sich ausreichend solcher Pferde ein, um den einen oder anderen Geldpreis als Ausgleich zu ergattern, so dass sich manche BT damit schadlos halten können. Es gibt allerdings eine mehr oder eher weniger große Menge von Pferden, die durch die hohen Unterhaltskosten im Trainerbetrieb sich schlicht nicht (zu unter-) halten sind und so aus dem Rennbahn verschwinden. Dieses führt aber logischerweise eher zu einer Erhöhung des GAG Summe.

Das GAG fällt von Jahr zu Jahr  
Das ist ein ganz aktuelles Szenarium: am Sonntag waren nicht mal 60 Pferde in Dortmund in den Rennen engagiert, in Frankreich waren es in der Woche weit über 20. Also mindestens 25% startfertiger deutscher Pferde laufen in Frankreich. Um in Frankreich richtig Geld zu verdienen, muss man in den wenigen Qualifikations- oder den mehrfach täglich stattfindenden Verkaufsrennen teilnehmen. OK, das Risiko kennen die deutschen Besitzer und nehmen in Kauf, dass sie notfalls das Pferd verlieren, dafür aber um die 20.000 € (Renn- und Verkaufspreis) erhalten. Und schwupp … schon fehlt uns ein Pferd. Aber in diesem Fall ist es eher ein Pferd aus den oberen Regionen des Ausgleiche der KAT D, E oder F (international rechnet man nicht mir AGL I-IV sondern mit KATEGORIE A-G). Und das ist also ein Pferd eher mit 54 GAG (Grenzwert KAT E/ F) als 44 GAG; ergo … oben fehlt uns dann die Qualität und damit sinkt das Durchschnitt-GAG. Das ist die Wahrheit – auch wenn sie dem Verband nicht schmeckt. Schauen Sie mal einen Renntag (Starterlisten) in den unteren Verkaufsrennen und unteren Ausgleichen in Frankreich an und überlegen Sie, ob und welches Pferde Sie schon mal auf deutschen Rennbahnen gesehen haben, die heute einem Franzosen gehören… oder einem Holländer, Belgier oder Ost-Europäer, der nicht in Deutschland startet.

Je höher die Klasse, desto stärker die Abweichung! 
Also zum Schluss aber der dickste Schuss! Warum? Zwei Gründe: 
Zum Einen: viele hochklassige D-Pferde werden vom Ausland angekauft, zum Teil verpachtet der deutsche Besitzer seine Pferde für 6 Monate nach Frankreich oder man bildet temporäre Besitzergemeinschaften. Schauen Sie mal in meine Rennkarten: immer wenn nach dem Datum eine Versalie (Großbuchstabe) steht, zeigt dies: Deutschlandstart. 
PLUS: die Einpassung auf Gruppe-Ebene findet auf Basis der Gruppe-Rennen des Auslandes statt und dort sortieren sich „unsere Spitzenpferde“ eben eher hinten ein…. 
Randbemerkung: gerade heute kommt die Nachricht, dass für 2020 über ein Dutzend Gruppe-Rennen in Deutschland auf dem internationalen Prüfstand stehen. Derby als Gruppe II Rennen? Muss der HRC das Derby zu einem Einladungsrennen umfunktionieren??

Was bringt uns diese „Reform“?
Nehmen wir die aktuellen Rennen auf der Sandbahn, dann finden wir typischerweise einen AGL KAT D, zwei KAT E und drei KAT F. Die Felder KAT F sind oft stark genug für die Viererwette, die KAT D hat oft unter 8 Pferden. KAT E hat selten über 10 Pferde.

Hier wird sich das besserer F-Pferd in die KAT E begeben müssen, ohne dass deren Qualität steigt; es werden die Pferde über alt-GAG 50 handeln (KAT F z.B. GAG +10 also ein Pferd welches bis Dato mit 60 Kilo im AGL IV F geht, sollte nun 63 tragen? Man geht eher in KAT E (GAG +2) und hat GAG 52,5 und damit 54,5 KG Renngewicht). Die Pferde im Bereich KAT D bis F werden nach oben gepresst ,unten entsteht ein Vakuum / Physik für Dummies). 
  
Man darf also erwarten, dass sich für die Viererwette eine Chance auftut, nun eher einen Ausgleich KAT E zu bekommen. Für die Wetter wird die Durchmischung eher schwierig werden, aber damit auch bessere Quoten bringen.

Die Dreijährigen – die heimlichen Gewinner der Reform
Ja ,das könnten die Gewinner der Reform werden. Denn in den Regionen in welche sie nun zustoßen, finden sie nicht nur leicht schwächere Gegner, sondern kommen mit den typischen Einstieg von 54 Kilo in AGL III auf Pferde die um bis zu 2 Kilo schlechter sind. 

Öffentliche Tipps Neuss 6. REnnen 8-1-3-2-7 E 5 Jackpot Zweierwette. 
CsM: 1.: 4-2-5-1-3 E 6
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